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Problemfall löchriger Darm

Vielleicht bist du in der Vergangenheit auch schon mal über den Begriff „Leaky Gut-Syndrom“ gestolpert und hast dich gefragt, was das eigentlich ist und ob du das auch hast.

“Leaky Gut” ist englisch und heißt „durchlässiger Darm“. Das Problem dabei ist, dass alles, was normalerweise abgewiesen wird (z.B. Gifte, Stoffwechselprodukte und „böse“ Bakterien) durch die Löcher durchschlüpfen kann, direkt in den Körper gelangt und hier unterschiedlichste Beschwerden hervorrufen kann.

Nährstoffe

 

Normalerweise sieht ein gesunder Darm so aus:

Im Inneren des Darmlumens ist auf den Zellen eine Schleimschicht, in der viele gute Bakterien leben. Sie bilden zusammen mit dem Schleim die erste Abwehrlinie gegenüber Eindringlingen jeglicher Art. Sollte doch mal etwas zu den Zellen durchdringen das dort eigentlich nichts zu suchen hat, kommen weitere Abwehrmechanismen in Gang.

Zwischen den Zellen ist eine Art Netz gespannt, das wie eine Schranke funktioniert. Hier kommen nur Stoffe mit dem richtigen Pass durch. Alles andere wird wieder weggeschickt oder direkt eliminiert.

Die Auslöser von Leaky Gut

Durch chronische Darm-Erkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Medikamente wie wiederholte Antibiotikatherapien oder Schmerzmittel oder ähnliches, ungesunde Ernährung (viel Gluten, Zucker, Alkohol und Zusatzstoffe), Rauchen oder Schwermetallbelastungen (z.B. Amalgamfüllungen) werden diese empfindliche Abwehrlinien zerstört.

Das Gleichgewicht der Bakterien gerät ins Schwanken und „schlechte“ Bakterien fangen an dort Party zu feiern.

Auch zu viel Stress lässt die Darmzellen regelrecht aufquellen und das Netz zwischen den Zellen reißt (ok, das ist sehr vereinfacht dargestellt, aber ich denke, so ist es für dich am verständlichsten erklärt). Durch diese Löcher kann nun natürlich alles hindurch und gelangt somit in den Blutkreislauf. Nun schlägt das Immunsystem dort Alarm und es kommt zu Allergien, Entzündungen und mehr.

Schädliche Produkte

 

Woher weiß ich denn, dass ich nicht mehr „ganz dicht“ bin?

Häufig hat man bei einem „Leaky Gut“ Durchfall und Blähungen, aber auch genau das Gegenteil kann der Fall sein und man hat Verstopfungen.

Dadurch, dass der Darm seine Arbeit nicht mehr richtig verrichten kann, können nicht genügend Mineralien, Vitamine und andere wichtige Baustoffe aufgenommen werden und man leidet auf einmal an Schwäche, Krämpfen oder wir Frauen bekommen unsere Regel nicht mehr.

Durch die Entzündungen „hinter“ dem Darm können aber auch ganz andere Erkrankungen auftreten, die man erst einmal gar nicht mit dem Darm in Verbindung bringen würde. Durch viele Forschungen konnte man nachweisen, dass ein „Leaky Gut“ auch bei Rheuma, Diabetes Typ 1, Neurodermitis, Psoriasis, Kopfschmerzen und Migräne, MS, chronischem Müdigkeitssyndrom oder Autismus zu erheblichen Beschwerden führt oder sogar zum Teil mit ursächlich zu sein scheint.

Ob man auch unter einem löchrigen Darm leidet, kann man in einer Darmspiegelung gar nicht wirklich erkennen, da die Löcher sehr klein sind. Man kann es jedoch über Laboruntersuchungen wie Zonulin, alpha 1 Antitrypsin, sIgA und einer Floraanalyse (z.B. einer Mikrobiomuntersuchung) ermitteln.

Und wie stopfe ich nun die Löcher wieder?

Die schlechte Nachricht zuerst: es kann dauern. Aber: es ist heilbar! Da jedoch oftmals eine jahrelange Belastung mit den Auslösern stattgefunden hat, sind die Löcher leider auch nicht innerhalb von ein paar Tagen wieder gestopft. Je nachdem kann es schon mal bis zu zwei Jahre (!) dauern, bis alles wieder ganz ist. Also bitte halte durch!!! Dein Darm und deine Gesundheit werden es dir sehr danken!

An aller erster Stelle steht erst einmal die Ursachenbehebung im Raum. Je nachdem was das „Leaky Gut-Syndrom“ verursacht hat, sollte (wenn möglich) behoben werden. Sprich: wenn du Amalgam hast, lass ihn dir fachmännisch (!) entfernen und lass dich danach von einem guten Therapeuten ausleiten. Den „Müll“ beseitigen. Wenn Gluten, tierische Milchprodukte, Zucker, Alkohol oder Nikotin die Übeltäter sind, lass sie aus deinem Leben weg. Die brauchst du sowieso nicht 😉 Bei Medikamenten oder chronischen Erkrankungen wende dich an einen Therapeuten deines Vertrauens und berate dich mit ihm, wie du am besten vorgehen kannst.

Danach ist es an der Zeit den Darm zu sanieren. Am besten startet man mit einer Fastenkur. Ein Dozent von mir hat einmal anschaulich erklärt: stelle dir vor, du hast eine Blume, die fast total verwelkt ist und die in einer absoluten ausgelaugten, matschigen Erde steht. Wenn du ihr dort hinein Dünger schüttest, wird das der Blume auch nicht mehr viel helfen. Also hole die Blume aus ihrem Topf, wasche ihre Wurzeln vorsichtig unter Wasser ab und pflanze sie in frische Erde. Dann kannst du sie düngen und dann wird sie sich auch wahrscheinlich wieder erholen. Vorausgesetzt du kümmerst dich regelmäßig um sie.

Genauso verhält es sich mit deinem Darm. Erst reinigen mittels fasten. Eventuell zusätzlich mit Einläufen und mit Zeolith, Heilerde oder Huminsäuren. Diese Stoffe binden den Müll und helfen, den Darm besser zu säubern. Wie du fastest, das musst du dir aussuchen. Hier gibt es verschiedene Methoden. Am Anfang ist das hart, aber es wird von Mal zu Mal besser. Ich mache es mindestens 1x im Jahr. Und selbst mein Mann macht seit ein paar Jahren immer mit und merkt, wie gut ihm das jedes Mal tut.

Dann kommt der Aufbau. Hierfür hat dir die Arktis schon ein Paket geschnürt -> Leaky-gut-6-Monate.  Hier sind unter anderem enthalten:

  • Bakterien, die die Säuerungsflora stärken und „böse“ Bakterien aus dem Darm vertreiben
  • Akazienfasern, das Lieblingsessen einiger wichtiger Bakterien, die es dann den anderen wiederum kuschlig machen, so dass diese sich dann wieder dort niederlassen und eine wichtige Symbiose eingehen.
  • Wichtige Aminosäuren, die sich beruhigend auf die Entzündungen auswirken – vor allem Glutamin und
  • Colostrum, das Allround-Talent

Im weiteren Verlauf ist es wichtig, dass du an deiner Ernährung arbeitest und deinem Darm „gute Sachen“ zukommen lässt. Leinsamen, Chiasamen und Flohsamenschalen helfen, die Schleimhaut zu unterstützen. Am besten, du weichst sie einige Zeit vorher schon in Wasser, Mandel- oder Kokosnussmilch ein und mischt sie dann unter ein leckeres selbstgemachtes Müsli mit Nüssen.

Überhaupt ist langfristig eine basische ballaststoffreiche Ernährung anzustreben. Aber: überfordere dich dabei nicht. Hast du dein Leben lang kaum Ballaststoffe und Vollkost zu dir genommen, kann es gerade am Anfang zu Blähungen führen und deine Beschwerden erst einmal verschlimmern. Daher ändere deine Ernährung langsam!

Loch im Netz

 

Was ist noch wichtig?

Kauen, kauen, kauen. Umso mehr du deine Nahrung zerkleinert hast, umso einfacher hat es später dein Darm. Und vor lauter Essen das Trinken nicht vergessen. Wasser natürlich 😉 Und viiiiiiiel Bewegung und wenig Stress. Dann wirst du bald eine deutliche Besserung deiner Darmproblematiken spüren! Und wahrscheinlich werden sich auch ganz andere körperliche Probleme damit verbessern!

Unser Symposium zum Thema Leaky Gut

 

Möchtest du noch mehr über dieses wirklich spannende und immer wichtigere Thema hören und lernen?

Dann komm uns doch besuchen! Am 09. März findet ein Symposium rund um das Thema „Darmgesundheit“ und „Leaky Gut“ in Zürich statt.

Dr.rer.nat. Heiko Hofmann spricht über das Mikrobiom 2.0 und über die Auswirkungen und Messbarkeit von Stress.

Assoc Prof. Dr. med. Dr. habil Claus Muss Ph.D. spricht über Colostrum und weitere Möglichkeiten, die Darmflora wieder auf Vordermann zu bringen.

Roman und Julia Gruber sprechen dann über Fallbeispiele aus der Praxis, und wie du mit der Ernährung und anderen Lebensstil Massnahmen vorgehen kannst, um dein Leaky Gut in den Griff zu bekommen.

Hier bekommst du weitere Informationen und kannst dich anmelden fürs Event.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du dabei bist 🙂

 

Jetzt würde mich natürlich interessieren: Was sind deine Erfahrungen mit Leaky Gut? Oder hast du Fragen dazu? Dann schreib mir gerne in den Kommentaren!

Julia Steffen

Julia Steffen

Julia Steffen ist Heilpraktikerin mit Leib und Seele und arbeitet seit 12 Jahren bei einem naturheilkundlichen Labor für medizinische Diagnostik. In ihrer Funktion steht sie in regem Austausch mit Heilpraktikern und anderen Therapeuten. Ausserdem studiert sie integrative Medizin und unterrichtet ab und zu an einer Heilpraktikerschule. Auf dem Arktis BioPharma Schweiz Blog gibt sie ihr Fachwissen auf unterhaltsame Weise weiter und freut sich über jeden Kommentar und Austausch mit unseren Lesern!

2 Kommentare

  • Agnes Eberle sagt:

    Liebe Julia,
    ich finde nach vielem Stöbern Deinen Blog und Deine Artikel.
    WAs hältst Du von Colibiogen, um das Leaky Gut zu therapieren? Ich habe es im vergangenen Herbst für 8 Wochen genommen. Seit August 2018 laboriere ich an einer ziemlich sicheren Histaminintoleranz herum (damals DAO 6,3 nach Akutzustand – Zusammenbruch morgens um 5 im Bett), es ging mir wochenlang sehr schlecht, Bauch und Kreislauf waren das schlimmste, habe viel abgenommen usw. War bei Ernährungsberatung, esse seitdem sehr eingeschränkt, (Glutenfrei esse ich schon ein Jahr, dann seit Nov. Milchprodukte frei- komplett Nussfrei, sehr sehr wenig bis kaum Obst, trinke nur Wasser …) bin seit Nov. bei einem Arzt, der homöopathisch behandelt,(Fortakehl, Notakehl,Sanuvis aber sich sonst sehr wenig Zeit nimmt, und außer einer Stuhlprobe und Bioresonanztest nichts untersucht hat je. Ich komme nicht vorwärts. Die von ihm verschriebenen Probiotika habe ich nicht vertragen, mein Bauch reagiert auch auf eine Kleinmenge einer Tagesportion) Vor 14 Tagen dachte ich jetzt gehts aufwärts (mein Kreislauf und meine Kraft haben sich wieder stabilisiert) aber mein Bauch wird jetzt wieder schlimmer. Ich bin ehrlich gesagt verzweifelt. Suche mir gerade einen neuen Heilpraktiker, aber … Ich bin 52 Jahre alt. Meine Frage ist; was kann ich noch nehmen, hätte ich das Colibiogen das mir ein Heilpraktiker schon verschrieben hat nochmal nehmen, auch wenn ich davon kaum was gemerkt habe an Verbesserung? Müsste man es eben mal ein JAhr lang? Die Produkte von arktis klingen sehr verheißungsvoll aber sie sind echt teuer und ich habe schon ein Menge Geld für NEMS ausgegeben im letzten halben Jahr und keins hat mir wirklichen Erfolg gebracht. Vielleicht hast Du noch eine Idee. Sorry dass es so lang wurde jetzt. Lieben Gruß, Agnes

    • Julia Steffen sagt:

      Liebe Agnes,
      es tut mir sehr, sehr leid, dass ich dir erst jetzt antworte!
      Colibiogen ist ein tolles Medikament, wird aber alleine sehr wahrscheinlich nicht ausreichen, um ein Leaky Gut wieder in den Griff zu bekommen. Es ist eher ein “Immunmodulator” und wird zum Beispiel bei einer schlechten Schleimhautimmunität sehr erfolgreich eingesetzt. Die Arktis hat ein super Paket geschnürt, um Leaky Gut erfolgreich zu therapieren. Allerdings würde ich dir trotz allem raten, vorher genau nachzuschauen, wie es um deinen Darm steht, damit man dann wirklich geziehlt vorgehen kann. Denn leider kann man auch “falsch” therapieren. Bezüglich der verminderten DAO gibt es Präparate, die Diaminoxidase als Substanz direkt enthalten, um die Histaminbelastung vorübergehend zu senken. Allerdings ist das letztendlich auch nur eine Symptombehandlung, so dass man auch hier längerfristig die Ursache suchen und beheben sollte. Die Probiotika, die du bereits eingenommen hast, haben die eventuell Fructooligosaccharide oder so etwas in der Art enthalten? Gerade wenn der Darm sowieso schon so stark belastet ist, ist das häufig leider zusatzlich ein Reiz. Entweder, man sucht sich ein anderes Probiotikum, oder aber man muss versuchen, den Darm Schrittchenweise an das Probiotikum zu gewöhnen. Also ganz, ganz langsam einschleichen. Bei wirklich ganz empfindlichen Menschen kann es sogar sinnvoll sein, mit Säuglingspräparaten zu beginnen und sich dann langsam zu steigern. Außerdem sollten die Bakterien, die man nicht oral zuführen kann, ein Präbiotikum bekommen, damit sie sich “heimelig” fühlen und sich von alleine vermehren. Bei einem Leaky Gut muss zudem häufig mit Entzündungshemmenden Maßnahmen der Heilungsprozess unterstützt werden. Ich würde dir wirklich gerne einen heißen Tipp geben, aber das ist leider so ins Blaue hinein nicht ganz einfach und ich möchte ja nicht, dass es dir noch schlechter geht. Ich hoffe sehr, dass du schnell einen guten Heilpraktiker oder Arzt findest, der sich wirklich mit dem Darm auskennt und dir schnell helfen kann!
      Ganz liebe Grüße,
      Julia

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