Autoimmun – der Selbstzerstörungsmodus des Körpers

Autoimmunerkrankungen sind die dritthäufigste Erkrankungsgruppe nach Tumor- und Herz-Kreislauferkrankungen und nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu. Grund genug uns das mal ein bisschen genauer anzuschauen!

Was bedeutet eigentlich Autoimmun und woher kommt das?

Unser Immunsystem ist dazu da Eindringlinge zu erkennen und zu bekämpfen und unsere Gesundheit aufrechtzuerhalten. Bei einer Autoimmunerkrankung funktioniert dieses System leider fast zu gut: körpereigene Strukturen werden auf einmal nicht mehr als ungefährlich eingestuft und infolgedessen angegriffen. Auto-immun bedeutet in diesem Zusammenhang also “ Selbstangriff“. Warum das passiert ist leider noch nicht ganz geklärt. Allerdings scheinen verschiedene Faktoren dazu beizutragen.

In anderen Ländern dieser Erde kommen Autoimmunerkrankungen nicht so häufig vor. Also haben wohl die westliche Ernährungsform (ich vermute zum Beispiel der vermehrte Zuckerkonsum, industriell verarbeitete Lebensmittel sowie der Einsatz von Zusatzstoffen, Gluten und ähnliche Lebensmittelsünden) aber auch andere“ typische“ westliche Lebensgewohnheiten (mangelnde Bewegung und dementsprechend auch mangelnde Sonneneinstrahlung) schlechten Einfluss.

Leider scheint auch das weibliche Geschlecht einen besonderen Hang zu Autoimmunerkrankungen zu haben. Vermutlich ist dies auf die weibliche Hormonlage zurückzuführen bzw. auf einen niedrigen Testosteronspiegel der natürlich auch bei Männern vorkommen kann.

Weitere Einflussfaktoren sind Schwermetallbelastungen (siehe mein letzter Artikel), Medikamente, andere Umweltschadstoffe, unsere Genetik und Stress.

Nicht zuletzt ist eine Autoimmunerkrankung unter Umständen aber auch, ähnlich wie bei den Allergien, eine “ Langeweileaktion“ des Körpers. Früher hatte unser Immunsystem aufgrund der Lebensumstände einfach mehr zu tun. Es musste vermehrt gegen Parasiten und anderen Eindringlingen angehen. In der heutigen Zeit, in der Hygiene einen wahnsinnig hohen Stellenwert bekommen hat, hat unser Immunsystem kaum noch etwas zu tun. Also hat es mehr Zeit Unsinn anzustellen.

 

Organspezifische und systemische Autoimmunerkrankungen

Es gibt verschiedene Autoimmunerkrankungen, die in organspezifische und systemische Autoimmunerkrankungen unterteilt werden. Bei den organspezifischen richtet sich das Immunsystem gezielt gegen ein einziges bestimmtes Organ (zum Beispiel der Schilddrüse). Bei den systemischen wird quasi der ganze Körper oder zumindest verschiedene Strukturen an verschiedenen Stellen angegriffen. Eins haben allerdings alle Autoimmunerkrankungen gemeinsam: es handelt sich immer um chronisch entzündliche Prozesse. Und genau das ist auch das Problem dabei, denn dadurch kann, wenn die Autoimmunerkrankung nicht erkannt oder behandelt wird, das betroffene Organ bzw. die betroffenen Strukturen komplett zerstört werden und in bestimmten Fällen mit sehr schweren Verläufen auch zum Tode führen.

Bekannte Autoimmunerkrankungen sind zum Beispiel:

  • Morbus Basedow oder Hashimoto -> Angriff gegen Strukturen der Schilddrüse
  • Rheuma -> Angriff gegen die Gelenke
  • Diabetes mellitus Typ I -> Angriff gegen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse
  • Colitis ulcerosa und Morbus Chron-> Angriff gegen die Darmschleimhaut
  • Multiple Sklerose -> Angriff gegen die Myelinscheide der Nervenfasern
  • Lupus erythematodes -> Angriff gegen zahlreiche Organe
  • Neurodermitis / Psoriasis -> Angriff unter anderem gegen die Haut
  • Autoimmunhepatitis -> Angriff gegen die Leber

 

Die Diagnose

Die Diagnose ist manchmal leider nicht ganz so einfach, wobei häufig die körperliche Untersuchung bzw. das klinische Bild und die Anamnese richtungsweisend sind. In den meisten Fällen sind dann auch bestimmte Autoimmunantikörper im Blut nachweisbar. Je nach Erkrankung werden weitere Untersuchungen angeschlossen. Beispielsweise bei einer Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung eine Szintigraphie, bei einer Darm-Autoimmunerkrankung eine Darmspiegelung oder bei einer MS ein MRT des Gehirns.

Therapie

Die Therapie der Schulmedizin ist häufig sehr ähnlich. Es werden antientzündliche und immunsuppressive Medikamente eingesetzt. Das weiteren kommen je nach Symptomen zum Beispiel Schmerzmittel zum Einsatz. Manchmal wird zu besonders radikalen Maßnahmen gegriffen und beispielsweise bei Morbus Basedow die Schilddrüse komplett oder bei einer Darmerkrankung Teile des Darms entfernt.

In der Naturheilkunde haben wir dagegen verschiedene andere, ursächliche Ansätze. Ein Hauptansatz, wie sollte es anders sein (die, die meine Artikel in der Vergangenheit verfolgt haben können es schon ahnen :-)), ist der Darm. Da hier ein Hauptanteil unseres Immunsystems sitzt liegt es doch quasi auch auf der Hand! Sogar die Forschung hat das mittlerweile erkannt und Studien ausgegeben die belegen, dass ein ungünstiges Mikrobiom zum Beispiel Diabetes Typ I begünstigt. Häufig scheint der Autoimmunerkrankung ein Leaky gut vorauszugehen.

Selbstverständlich sollte zudem jeglicher Triggerfaktor eliminiert werden. Also sollte man zum Beispiel dringend einen naturheilkundlichen arbeitenden Zahnarzt aufsuchen, um eine entsprechende Störfeldsuche durchführen zu lassen. Auch weitere Schwermetall-, Umweltschadstoffbelastungen sollten möglichst gering gehalten werden und im Gegenzug sollte die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion unterstützt werden.

Meiner Meinung nach sollte unbedingt der Vitamin D Haushalt kontrolliert und gegebenenfalls substituiert werden. Natürlich sind auch andere immunstabilisierende Vitamine und Mineralstoffe in dieser Zeit sinnvoll.

Wichtig sind Entspannungstechniken. Sowohl Cortisol als auch Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin haben starke (negative) Einflüsse auf unser Immunsystem. Je mehr Stress, desto stärker flammt auch der Entzündungsprozess auf. Ergo: Umso entspannter wir sind, umso entspannter ist auch unser Immunsystem.

Ein sehr relevanter Faktor ist die Ernährungsumstellung. Es hat sich gezeigt, dass die Paleo-Ernährung einen sehr positiven Einfluss auf viele Autoimmunerkrankungen hat. Wesentliche Hauptmerkmale hierbei sind das Weglassen von Zucker, jeglichen Getreidesorten, Milch und Milchprodukten und sonstigen industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Fleisch sollte hauptsächlich aus biologischer Erzeugung stammen. Die Haupternährung sollte sich aus Gemüse zusammensetzen. Aufgrund des Fruchtzuckers sollte Obst nur einen geringen Anteil ausmachen, wobei rote Früchte zu bevorzugen sind. Zudem sollten gute Öle und Nüsse konsumiert werden.

Wie außerdem durch fermentiertes Gemüse Autoimmunerkrankungen positiv beeinflusst werden können und weitere interessante Details zu Autoimmunerkrankungen kannst du am 24. Oktober in Zürich erfahren. Hier findet in Zusammenarbeit mit der I-gap ein eintägiges Symposium und um das Thema Autoimmunerkrankungen und Darm statt. Hochrangige Referenten haben für dieses Event bereits zugesagt.

Wir würden uns freuen, wenn du auch kommst!

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