An sich ist Durchfall – obwohl unangenehm – zunächst einmal etwas Gutes. Er ist, neben Erbrechen, die Art und Weise des Körpers Dinge, die ihm nicht zusagen, schnellstens wieder loszuwerden. Wenn wir Gift, verdorbenes Essen oder verschmutztes Wasser zu uns nehmen, befreit sich der Körper auf schnellstem Wege davon. Das Nervensystem des Verdauungstraktes – das über etwa so viele Nervenzellen verfügt, wie ein Katzenhirn – trifft diese Entscheidung selbständig und ohne Rücksprache mit dem Gehirn.

Fast jeder hat schon einmal Durchfall gehabt: ungewöhnlich häufiger und dann meist dünnflüssiger, wässriger Stuhlgang, dem in der Regel auch der Drang vorausgeht, mit besonderer Eile die nächste Toilette aufzusuchen. Akuter Durchfall wird meist ausgelöst durch eine Magen-Darm-Infektion (Bakterien, Viren), wie es häufig bei dem bekannten Reisedurchfall der Fall ist. Diese setzt in der Regel sehr plötzlich ein und erledigt sich üblicherweise binnen weniger Tage. Nur selten ist es notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Wichtig ist, viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, und ein paar Tage leichtverdauliche Kost zu essen, um den Darm zu entlasten.

Hält Durchfall länger als drei Tage an oder ist sehr ausgeprägt, solltest du allerdings zum Arzt gehen. Bei Babys, Kleinkindern oder älteren Menschen sollte der Arzt schon früher verständigt werden. Kommt es außer Durchfall zu starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber musst du umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Auch Blut im Stuhl oder Verdacht auf eine Vergiftung erfordert eine dringende ärztliche Untersuchung.

Mögliche Ursachen für chronischen Durchfall

 

Chronischer Durchfall – das ist Durchfall, der länger als vierzehn Tage anhält – ist ein Problem, das nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Lebensqualität erheblich in Mitleidenschaft zieht. Die möglichen Ursachen für chronischen Durchfall sind vielfältig:

  • Nahrungsmittel, die nicht vertragen werden oder verdorben sind
  • Verschmutztes oder kontaminiertes Wasser
  • Infektion durch Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten
  • Medikamente, besonders Antibiotika
  • Entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Diverticulose und Divertikulitis
  • Reizdarm
  • Malabsorption
  • Laktoseintoleranz
  • Abführmittel
  • Darmkrebs

Wer Probleme mit der Gallenblase hat, mag nach einer fettreichen Mahlzeit Durchfall bekommen. Es ist wichtig, dass ein Arzt dem Problem auf den Grund geht.

Diagnose

 

Dein Arzt wird zunächst einige Fragen stellen und dann eine körperliche Untersuchung und eine Reihe von Tests durchführen. Das können Blut-, Stuhl-, Urin- oder Atemuntersuchungen oder gar eine Darmspiegelung sein. Im Blut lassen sich Hinweise auf Krankheitserreger, Entzündungsmarker oder Antikörper (z. B. bei Zöliakie) finden. Auch im Stuhl sind bestimmte Viren, Bakterien, Parasiten und Entzündungsmarker nachweisbar. Manchmal erübrigen sich dadurch bereits weitere, invasive Untersuchungen wie eine Darmspiegelung oder Endoskopie. In anderen Fällen sind diese jedoch zusätzlich notwendig, um eine Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen.

Wenn der Arzt keine Hinweise auf Krankheit oder Infektion finden kann, lautet die Diagnose häufig: Reizdarmsyndrom. Dabei handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, d. h. die bekannten Tests führten zu keinem anderen Schluss. Das Reizdarmsyndrom ist keine organische Krankheit, sondern eine funktionelle Störung zwischen dem vegetativen Nervensystem und der Darmmuskulatur. Häufig wird es durch eine Infektion ausgelöst, besteht aber weiter nachdem diese ursächliche Infektion bereits behoben ist. Infektionen können zu Ungleichgewichten in der Darmflora (Dysbiose) führen. Besteht dieses Ungleichgewicht über längere Zeit, kann die Darmschleimhaut geschädigt und „löchrig“ werden. Dann spricht man von „durchlässigem Darm“, auch bekannt als „Leaky Gut“.

Reizdarmsyndrom verdient seinen ganz eigenen Blogartikel. Wichtig ist, diese Diagnose nicht als das Ende der Fahnenstange anzusehen. Wir empfehlen bei Reizdarmsyndrom eine Mikrobiomanalyse und Ernährungsberatung (beides bekommst du hier).

Was tun bei Durchfall?

 

Arktibiotic AKUT

Arktibiotic Akut ist speziell für den Einsatz während und nach einer Antibiotika-Therapie entwickelt worden. Der Hefepilz Saccharomyces boulardii gilt als effektives Mittel bei Durchfall, auch zur Vorbeugung. Keine Angst: S. boulardii ist ein gutartiger Hefepilz, der sich nicht im Darm niederlässt, sondern nur auf der Durchreise ist. Unterdessen dient er als „Platzhalter“, um das Ausbreiten pathogener Pilze während und nach der Antibiotika-Behandlung zu verhindern. Arktibiotic Akut ist auch ideal zur Vorbeugung von Durchfall auf Reisen in ferne Länder und gehört in jede Reiseapotheke.

 

Den Darm wieder ins Gleichgewicht bringen

Wenn eine Infektion wahrscheinlich ist, insbesondere nach der Rückkehr von einem Krankenhausaufenthalt oder einer Reise in exotische Länder, dann könnte die Lösung in der Bekämpfung der infektiösen Ursache liegen. In der Regel ist es besser, dem Durchfall seinen Lauf zu lassen, da dies ein natürlicher Mechanismus des Körpers ist, der bei der Eliminierung des Erregers und seiner Giftstoffe hilft. Der beste Ansatz besteht darin, während dieses Prozesses gut hydriert zu bleiben (siehe unten). Auch ein gutes probiotisches Präparat kann helfen, die Darmflora wieder zu stärken. Wir empfehlen Arktibiotic COMPENS, das neun Bakterienstämme sowie Folsäure und Vitamin B12 enthält.

 

Rehydrieren

Dehydrierung ist ein bedeutender Nebeneffekt von Durchfall, und es ist äußerst wichtig, verlorene Elektrolyte wieder aufzufüllen und die Zellen zu rehydrieren. Viel Wasser und zusätzlich Kokosnusswasser als natürliche Elektrolytquelle zu trinken, ist eine gute Möglichkeit, dies zu tun.

Du bist, was du isst

Das Führen eines Ernährungstagebuchs, in welchem du auch festhältst, wann Symptome auftreten, kann dazu beitragen festzustellen, welche Nahrungsmittel möglicherweise die Symptome auslösen oder verschlimmern. Heutzutage gibt es dafür sogar Apps. Wir empfehlen, ruhig auch die Hilfe von Ernährungsexperten in Anspruch zu nehmen, denn diese kennen die Nahrungsmittel, die am häufigsten Probleme bereiten. Diese Liste ist oft überraschend, denn auch an sich gesunde Nahrungsmittel können Unverträglichkeiten auslösen. Es gilt dann, bestimmte Lebensmittel eine Weile wegzulassen, aber keine Angst, das ist nicht unbedingt für immer. Wenn der Darm heilt, kannst du diese Dinge wieder essen, wenn auch vielleicht nicht unbedingt in großen Mengen.

Eine Aminosäure – Glutamin – hat sich als besonders hilfreich für den Darm erwiesen. Die Gewebe im Darm nutzen Glutamin als Energiequelle. Es scheint auch eine Rolle bei der Aufrechterhaltung der Barrieren der Darmschleimhaut zu spielen. Hühnchen, Fisch, Milchprodukte, Tofu, Kohl, Spinat, Randen, Erbsen, Linsen und Bohnen enthalten Glutamin. Eine direkte Supplementation von L-Glutamin kann empfohlen werden, um einen Mangel zu beheben, insbesondere in Zeiten erheblicher Belastung und schwerer Krankheit.

 

Stress meiden

Schon sehr lange ist bekannt, dass Stress erheblich zu Durchfallerkrankungen beiträgt. [i] Daher ist es sehr wichtig, Stress wo immer möglich zu reduzieren und sich Zeit zum Entspannen zu nehmen. Eine Yogastunde, mit dem Hund spazieren zu gehen oder einfach nur im Garten zu sitzen, sind wirklich hervorragende Möglichkeiten zu entspannen. Auch Meditation und Atemübungen können sehr nützlich sein, besonders für diejenigen, die einen vollen Terminkalender haben. Arktibiotic COMPENS ist besonders in Zeiten hoher körperlicher und mentaler Belastung zur Unterstützung geeignet.

Akazienfasern

Ein weiterer Geheimtipp bei Durchfall sind Akazienfaser (z. B. GROW). Akazienfasern wirken regulierend, d. h. ihr Einsatz ist sowohl bei Durchfall als auch Verstopfung wirksam und hilfreich. Darüber hinaus dienen sie als Präbiotikum, also als Futter für die „guten“ Bakterien, und werden durch die Darmflora in kurzkettige Fettsäuren umgewandelt, die die Darmschleimhaut stärken.

[i] Almy TP, Tulin M (1947): Alterations in colonic function in man under stress; experimental production of changes simulating the irritable colon. Gastroenterology. 1947;8(5):616-626.