Leise rieselt die Zeit….

Ich habe überlegt, was für ein Thema ich in meinem letzten Artikel für dieses Jahr wohl aufgreifen könnte. Dabei habe ich die letzten Monate Revue passieren lassen und musste an ein paar ganz liebe Freunde denken, die leider nicht mehr unter uns weilen. Sie sind viel zu früh von uns gegangen und dabei wird einem ganz schmerzhaft bewusst, dass das Leben endlich ist. Und man jeden Tag in vollen Zügen genießen sollte.

 

Und nun? Die letzten paar Wochen rennen nur geradeso an mir vorbei – von wegen besinnliche Adventszeit. Gehetzte Menschen, die ihre Einkäufe noch auf den letzten Drücker erledigen, so dass man das Gefühl hat, dass nach den Feiertagen die Welt untergeht oder zumindest mal eine bedrohliche Krise ausbricht. Kein bisschen Ruhe und Vorfreude auf Weihnachten. Und ich glaube, das geht eigentlich fast allen so. Wie soll man denn so jeden Moment auskosten??? Stress wohin man blickt…

 

Im Lexikon steht als Definition:

 

 „Stress

Substantiv, maskulin [der]

  1. 1. erhöhte körperliche oder seelische Anspannung, Belastung, die bestimmte Reaktionen hervorruft und zu Schädigungen der Gesundheit führen kann…“

Stress ist erst einmal eine sinnvolle Einrichtung, denn er versetzt uns in eine erhöhte Handlungsbereitschaft. Anfänglich wird Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet, zwei körpereigene Stoffe, die verschiedene Reaktionen auslösen.

Durch eine vermehrte Durchblutung des Gehirns wird dieses aktiviert und unsere Sinne werden geschärft, die Atmung wird schneller, Puls und Blutdruck steigen an, die Muskulatur spannt sich und Energiereserven werden zur schnellen Verfügung bereitgestellt. Perfekte Voraussetzung für einen Kampf oder eine Flucht.

 

Ist die Gefahr vorüber, wird das System wieder runtergefahren und die Entspannungsphase setzt ein. So sollte es zumindest eigentlich sein.

Problem in unserer Gesellschaft ist jedoch, dass genau diese Entspannungsphasen fehlen oder zumindest viel zu kurz kommen. Wir bewegen uns in einem Dauerstress, der wie ein Strudel uns immer mehr nach unten reißt. Bis man völlig ausgebrannt ist – Burn out.

 

Allerdings gibt es auch noch viele Zwischenstufen, die sich in unterschiedlichen Symptomen äußern können:

Durch die angespannt Muskulatur kommt es zu Verspannungen und Kopfschmerzen. Um sich zu entlasten wird eine Schonhaltung eingenommen, die wiederum zu Verspannungen und langfristig zu Haltungsschäden führen kann.

Durch einen ständig hohen Puls und hohen Blutdruck werden die Gefäße enorm beansprucht. Die Folge sind Herz-Kreislauferkrankungen, Schwindel, Tinnitus bis hin zu schlimmstenfalls Herzinfarkte und Schlaganfällen.

Durch den permanenten erhöhten Energiebedarf sinkt die Leistungsbereitschaft und man fühlt sich überfordert.

Durch die permanente Anspannung entstehen Schlafstörungen, die sich in gereizten bis hin zu aggressiven oder depressiven Stimmungsschwankungen wiederspiegeln.

Durch das Cortisol wird das Immunsystem unterdrückt und geschwächt; Folge ist eine erhöhte Infektbereitschaft.

Und zu guter Letzt wird der Darm in Mitleidenschaft gezogen und wird löchrig, wodurch wiederum eine Kettenreaktion ausgelöst wird, die die oben genannten Probleme alle nochmals verstärkt. Ein Teufelskreis aus dem man, wenn er fortgeschritten ist, nur schwer entkommt.

Yesterday NOW tomorrow

Dem Dauerstress komplett den Rücken zu kehren wäre zwar ein Traumzustand, wird jedoch für die meisten von uns, mich eingeschlossen, nicht funktionieren. Dazu müsste man wahrscheinlich auf eine einsame Insel auswandern… Also ist es umso wichtiger, um nicht in dieser Spirale gefangen genommen zu werden, dass man effektive Entspannungsphasen in sein Leben bringt.

 

Wie man das anstellt? Fange ganz „banal“ an bewusst zu atmen. Eigentlich nutzen wir hier eine Eigenschaft, die wir oft eh automatisch als Ventil gebrauchen. Denn ganz häufig „schnaufen“ wir nach einer Stresssituation erst einmal tief durch. Warum das nicht bewusster tun? „Schnaufe“ ruhig häufiger einfach mal. Ganz tief. Und spüre, wie der Sauerstoff durch deine Adern bis in die kleinsten Ecken deines Körpers fließt. Und beim Ausatmen den ganzen Druck und Müll (auch den seelischen) nach draußen fördert.

 

Beginne bereits damit deinen Tag. Noch bevor du aufstehst, atme bewusst im Bett im Liegen. Stimme dich positiv ein. Wenn du schon zu diesem Zeitpunkt anfängst zu denken „ach wie soll ich das heute alles schaffen? Ich muss an diese und jenes denken“, fängt der Stress schon an, bevor der Tag überhaupt richtig gestartet ist. Also denke lieber „heute wird ein super Tag! Ich meistere alle Herausforderungen, die sich mir heute in den Weg stellen!“. Und wenn nicht – so what? Auch nicht schlimm!

 

Bei der Arbeit kann man sich ein Wecker im Handy stellen, der einen daran erinnert, dass man sich alle 1-2 Stunden man streckt und reckt. Telefoniere nicht mit deinen Kollegen im Haus, besuch sie öfters. Zum einen läufst du so mal kurz und bringst deinen Kreislauf in Schwung, zum anderen fördert das die Kommunikation 😉

 

Entschleunige dich zwischendurch immer mal wieder selbst. Wenn du merkst, dass du unter Druck gerätst, leg einen Gang zurück. Tritt ein Schritt zurück, trink vielleicht einen Schluck Wasser, rede dir gut zu „du schaffst das, ruhig Blut“ und erledige eins nach dem anderen. Du wirst sehen, dann klappt es meistens auch wieder besser. Und setze dich dabei nicht unter Leistungsdruck. Auch du darfst schlechtere, nicht so effektive Tage haben. Lerne dich selbst zu bestimmen! Lass dich nicht von anderen wie eine Marionette hin und her bewegen. DU bestimmst dein Leben. Sonst kein anderer.

 

Solltest du Zwangspausen haben wie zum Beispiel längere Wartezeiten, weil du in der Telefonschleife hängst oder dein Chef wieder mal auf sich warten lässt, nutze sie anstatt sich darüber zu ärgern. Denke an den letzten Urlaub, an deinen Hund, deine Katze oder sonst irgendetwas, was dich mit einem wonnigen Wohlgefühl durchströmt.

 

Sei nicht permanent erreichbar und suche dir ein oder mehrere Hobbys, die dir wirklich Spaß machen. Natürlich wäre etwas sportliches durchaus hilfreich, aber wenn dich das wieder unter Druck setzt, erhöhst du wieder den Stress. Also gehe dann lieber häufiger mal in den Wald spazieren oder treffe dich mit Freunden und lache. Lachen ist eine der besten Entspannungsmethoden, die es gibt!!!

 

Eine weitere sehr gute Entspannung ist der Schlaf. Aber was, wenn einem abends der Kopf kreist und man ihn einfach nicht abgeschaltet bekommt? Leg die einen Block und einen Stift neben das Bett. Schreib alles auf, was dir in den Sinn kommt. Notfalls auch mitten in der Nacht. Alles, was du aufs Papier bringst, geistert nicht mehr durch deinen Schädel. Zudem solltest du, aber das hast du bestimmt schon xmal gelesen, alle technischen Geräte aus deinem Schlafzimmer verbannen. Elektrosmog löst ebenfalls Stress aus.

 

Sollten alle diese Tools nicht ausreichen, gibt es naturheilkundlich einige Mittelchen, die einem dabei weiterhelfen. Ich liebe zum Beispiel Passionsblume. Mein Mann sagt immer, es wären seine Happypillen. Ich versuche den Leuten immer zu erklären: das ist ein bisschen, als wenn du in deinem Kopf auf Pause drückst. Passionsblume kann eine phänomenale Wirkung bei Stresszuständen haben, ist aber nicht immer das Mittel der Wahl.

 

Verschiedene Aminosäuren, insbesondere Tryptophan, Tyrosin und Phenylalanin können ebenfalls eine sehr positive Wirkung auf Stresszustände haben. Sie sind die Bausteine, aus denen die Stoffe Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin gebaut werden. Je nach Katecholamin benötigt es dann noch verschiedene Vitamine und Mineralien als Cofaktoren.

 

Cannabis, selbstverständlich ohne das THC, kann in verschiedener Hinsicht ebenfalls sehr hilfreich sein bei Stress. Die Cannabinoide und Terpene unterstützen und modulieren das Immunsystem, es wirkt entspannend und hilft besser einschlafen zu können. Im Blogartikel vom Januar werde ich über dieses Thema ausführlicher berichten.

 

Wichtig ist es auch in diesen Zeiten den Darm nicht zu vergessen. Wer kennt das nicht, dass man bei besonders hohem Stressaufkommen häufig zu allem Überfluss auch noch Durchfall bekommt? Um dies zu verhindern wäre eine Möglichkeit zum Beispiel der Einsatz von Stress compens. Dieses Probiotikum enthält 9 sorgfältig ausgesuchte Kulturen an Milchsäurebakterien in besonders hochdosierter Kombination, die die Darmschleimhaut stabilisieren. Weitere Bestandteile sind Folsäure und B12. Folsäure trägt zur normalen psychischen Funktion und zur normalen Funktion des Immunsystems und Vitamin B12 zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.

 

Es gibt noch etliche weitere Möglichkeiten Stress abzubauen. Aber das wichtigste ist wohl: setze dich dabei nicht unter Druck!!! Denn das passiert gerade anfangs häufig. Und dann hast du genau den gegenteiligen Effekt. Lass den Stress einfach nicht die Oberhand gewinnen und verpasse vor lauter, lauter nicht dein Leben! Denn leise rieselt die Zeit….

 

 

Ich wünsch dir und deinen Lieben eine wundervolle, entspannte und erholsame Weihnachtszeit und einen guten (vorsichtigen) Rutsch ins neue Jahr!!!

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